Die Hermeneutische Einheit

The Hermeneutische Einheit (aus Konventionsgründen verwenden wir die englische Form Hermeneutic Unit und daraus folgend die Abkürzung HU) kann in gewisser Weise als das eigentliche Herzstück von ATLAS.ti gelten. Sobald Sie das HU-Konzept verstanden haben, haben Sie bereits nahezu alles verstanden, was zur Arbeit mit ATLAS.ti erforderlich ist. Und glücklicherweise stellt sich das HU-Konzept im Gebrauch als im Kern ausgesprochen einfach und extrem praxisorientiert heraus - trotz seines zunächst einschüchternden Namens.



Alles, was für ein konkretes Projekt (z. B. ein Forschungsthema) von Belang ist, wird Teil der HU. Die Datenquellen (in Gestalt von Primärdokumenten), relevante Zitate, bei der Konzeptentwicklung wichtige Codes, konzeptionelle Bindungen (Familien, Netzwerke) und Memos gehen alle in die Hermeneutische Einheit dieses Projekts mit ein.

Auf der "untersten" Ebene enthält die HU die Primärdokumente, gefolgt von den so genannten Zitaten (Selektionen aus den Primärdokumenten). Codes beziehen sich auf die Zitate. Memos (also freie Anmerkungen) pflastern dabei ihren Weg.

Eine HU kann sich zu einem extrem komplexen Wesen auswachsen - ein dichtes Netz aus Primärdaten, diesen zugeordneten Memos und Codes, und den gegenseitigen Beziehungen zwischen Codes und Daten. Die Orientierung in diesem Wissensnetz leistet ATLAS.ti mit Hilfe leistungsstarker Tools zum Browsen und Editieren der Daten. Die HU lässt sich am besten als "Spinne im Netz" vorstellen.

Ein wesentlicher Vorteil dieser Bündelung besteht darin, dass der Benutzer es jederzeit nur mit einer einzigen Entität zu tun hat. Das Aktivieren einer HU ist nicht mehr als der Aufruf einer einzigen Datei. Das gesamte damit verbundenen Material wird automatisch mit mitaktiviert. Auf diese Art liefert die HU die Datenstruktur für jedes ATLAS.ti-Projekt.



Stand: May 30 2008